Klemmen einfach erklärt

Kuppelbare Klemmen werden benötigt, wenn bei einer umlaufenden Seilbahn, kurz Umlaufbahn, ein angenehmer Zu- und Abstieg gewährleistet werden muss. Ausserdem erhöhen Kuppelklemmen die die Fahrgeschwindigkeit und somit auch die Förderleistung der Umlaufbahn gegenüber fixen Klemmen. Der Unterschied von sogenannten fixen Klemmen und kuppelbaren Klemmen ist, dass sich die kuppelbaren Klemmen bei der Ein- und Ausfahrt der Stationen jeweils an das Förderseil an- und auskuppeln. Fixe Klemmen hingegen bleiben in den Stationen fix am Seil befestigt und umfahren die Antriebs- und Umlenkscheibe mit voller Seilgeschwindigkeit.

Kuppelklemme besteht aus kuppeln und klemmen. Grob gesagt, die Klemme kuppelt und klemmt sich anschliessend an das fahrende Förderseil einer Seilbahn. Kuppeln kennt man auch vom Autofahren, bei dem man kuppeln muss um Gänge zu wechseln. Eine Kuppelklemme macht eigentlich nichts anderes. Das Kuppelpedal eines Autos wird im Seilbahnbereich Kuppelhebel genannt. Er wird nicht durch eine Person, sondern durch eine mechanische Apparatur Namens Kuppelschiene automatisch betätigt. Die Kupplung selber, welche im Auto den Motor mit dem Getriebe verbindet, verbindet bei Seilbahnen die Klemme mit dem Förderseil. An der Kuppelklemme hängt das gesamte Gewicht des Fahrzeugs plus die optionale Nutzlast, sei es Personen oder Güter.

In diesem Video wird die Mechanik der Klemmen wunderbar gezeigt.

Bei Seilbahnen mit einem endlosen Förderseil unterscheiden sich die Kuppelklemmen in zwei Hauptkategorien, es sind dies die Federklemmen und die Gewichtsklemmen. Federklemmen besitzen eine oder mehrere Federn um die Klemmkraft erzeugen zu können, die Gewichtsklemmen verwenden das Eigengewicht des Fahrzeugs plus die optionale Nutzlast um die Klemmkraft zu erzeugen. Je mehr Personen also in der Kabine mitfahren, desto höher ist die Klemmkraft. Gewichtsklemmen sind heutzutage bei den führenden Herstellern keine mehr im Angebot, es sind die Federklemmen, welche die Oberhand haben.

Gewichtsklemmen können alleine mit dem Gewicht oder auch in Kombination mit einer oder mehreren Federn zum Einsatz kommen. Federklemmen haben da ein grösseres Spektrum, so wurden im Verlauf der Entwicklung Schrauben,- Teller,- Torsion und sogar Gummifedern verbaut. Es gab sogar Pläne Federklemmen mit Blattfedern auszustatten.

Monostabile und bistabile Klemmen sind zwei verschiedenen Bauweisen.  Monostabile Klemmen fahren im geschlossenen Zustand durch die Stationen und öffnen nur kurz um sich das Förderseil zu packen. Bistabile Klemmen haben zwei Stellungen, sie sind demnach in der Station offen und am Seil geschlossen. Bistabile Klemmen können in drei Gruppen eingeteilt werden, Kniehebel,- Schrauben,- und Nockenklemmen. Reine Gewichtsklemmen sind nur in monostabiler Bauweise in Betrieb, bzw. sind keine bistablien reine Gewichtsklemmen bekannt.

Alle Klemmen besitzen ähnliche Bestandteile, in kleinen Unterschieden wie der Stückzahl, der Positionierung, des Materials, der Art und der Grösse. Die Funktion ist bei allen Bestandteilen dieselbe, ausser jedoch bei den Klemmbacken. Die innere Klemmbacke beispielsweise kann sowohl starr sowie auch beweglich sein, gleiches gilt bei der äusseren Klemmbacke. Beide Klemmbacken zusammen können je nach Ausführung auch beweglich oder sogar auch starr sein.

 

Folgende Begriffe können in diesem Blog vorkommen:

Begriffe beschrieben an einer MCS Klemme von Garaventa

Sonstige Begriffe:

  • „einkuppeln“, Klemme kuppelt sich an das Förderseil
  • „auskuppeln“, Klemme kuppelt sich ab dem Förderseil aus
  • „Kuppelschiene oder Zwangsschiene“ – Schiene um die Klemme zu betätigen
  • „Pneuförderer oder Reifenförderer“ – Beförderungsmechanismus der Klemmen in den Stationen